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Zeitschrift 2012

 

Gebet der Gelenke

 

Von Peter Goldman

Aus dem Buch: Goldworte, aus der Werkstatt der Seele ISBN 978-3-9058789-00-4

Nun putzen wir die Fenster, öffnen die Türen und schmeißen den energetischen Abfall weg. Die meisten von uns tragen irgendwelche Komplexe mit sich herum und die sind unter anderem in den Zellen, im Körper verankert. Die Seele muss Gipfelerlebnisse erfinden, um da durchzukommen, erschafft Momente der relativen Erleuchtung, die für die Reinigung einen hohen Stellenwert bekommen. Auch wenn sie schnell vorbei sind, so verändern sie uns für immer. Solche energe­tische Gipfelerfahrungen sind schön und bedeuten oft Wendepunkte im Leben. Unsere früheren Prägungen beruhen auf Dingen, die wir festgehalten haben in anderen Zeiten. Wenn wir nicht allzu viele Jahre mit Therapie verbringen wollen, dann brauchen wir eine gute Ab­fallübung. Ich schlage die folgende vor:

Alle Prägungen unserer Zellen drücken sich durch die Gelenke aus. Und die Seele gibt den Impuls: Wenn sie in unserem Gehirn anfängt zu arbei­ten, wo das Sichtbare und das Unsichtbare zusammenkommen, beginnt sie die Chakra-Energie in unseren Gelenken zu ermächtigen. Stehen wir beim Lesen auf und machen dabei eine aktive, seelenreinigende Reise!

Wir stehen locker da und öffnen unsere Vorstellungskraft dafür, wie das Licht in uns und durch uns fließt, in alle Richtungen. Es gibt weder oben noch unten, weder vorne noch hinten. Es ist ein gleich­zeitiger Fluss nach innen und nach außen, in alle Richtungen. Das ist der Stillpunkt in unserem Gehirn. Er wird zum Mittelpunkt unseres Wesens. Das Licht fließt und fließt in jede einzelne Zelle hinein. Beim Fließen ändert es seine Farbe und Wellenlänge. Diese Farben sind wie Schwämme oder Ströme, die durchfließen, aufsaugen und reini­gen. Die Seele funktioniert nicht nur über die fünf Sinne. Sie ist gleichzeitig in ihrem ganzen Wesen bewusst. Du spürst den Fluss, er dehnt sich aus und zieht sich zusammen, wie ein Lichtatem durch den ganzen Körper. Er nimmt alle Spuren mit aus anderen geschichtlichen Perioden, aus andern Inkarnationen, die sich in unserer Kindheit aus­gedrückt und abgelagert haben.

Wir wollen den Körper ein bisschen lockern. Beim Strecken wollen wir einen Arm gegen den Himmel und einen Arm gegen die Erde strecken — ein paar Mal — dann einen Arm in die Zukunft (nach vorne) und einen Arm in die Vergangenheit (nach hinten) — dann einen Arm zum Männlichen und einen zum Weiblichen (über Kreuz) — dann wol­len wir die Beine bewegen, sodass wir auf der Schwerkraft schweben können, damit wir für den Rest unseres Lebens nur ein Paar Schuhe brauchen.

Nun lassen wir den Körper sich frei bewegen, gerade so, wie er es will. Das Licht bewegt uns. Alles, was nicht mehr für uns ist, wird gereinigt. Der kritische Verstand ist äußerst kritisch. Doch der Vorstellungskraft gefällt diese Übung sehr gut. Wir wollen uns wieder zurück in die Mitte bringen, in unser Sein, in unseren Raum. Strecken wir uns zum Schluss nochmals und befreien uns bei diesem Strecken von der Kreuzigung.

In den Kiefergelenken spüren wir jetzt das Seelenlicht vibrieren; das bedeutet, wir brauchen nie mehr zum Zahnarzt zu gehen. Lasst zu, dass es seine Arbeit tut. Es ist das Feinstoffliche, das das Stoffliche er­mächtigt, viel stärker zu werden als vorher. Etwas, worüber sich die feinstofflichen Lehrer immer wieder beschweren, ist, dass unsere Kör­per die Lehren nicht aushalten. Die Seele ist bereit, aber den Körper müssen wir noch mehr bereitmachen. Die Schwingung wird in den Zellen freigesetzt, und das beseitigt auch die Widerstände gegen das Leben. Diese sind es auch, die uns an den Tod binden. Die Haltung kommt immer bei der Geburt herein. Viele von uns schreiben bei der Geburt schon ihren Totenschein. Wir befreien auch den Eindruck von der ersten Nahrungsaufnahme, der in uns gespeichert ist.

Nun beginnt sich die Energie in unseren Schultergelenken zu bewe­gen. Was passiert jetzt? Wenn wir uns jetzt die alten Familienbilder anschauen, dann sehen wir sie vielleicht anders als vorher. In unseren Schultern tragen wir all die voreingenommenen Gedanken über die Menschen, mit denen wir aufgewachsen sind. Und dieselben Leute scheinen uns dann immer und immer wieder zu begegnen, im Spital, wo wir arbeiten, im Büro ... Alle erinnern uns immer wieder an diesel­ben wenigen Menschen. Es ist nicht psychologisch, sondern energe­tisch zu verstehen. Es handelt sich um energetische Verstopfung. Wir brauchen die unerledigten Geschichten unterer Familien nicht auf uns zu nehmen, auch wenn sie dies vielleicht gerne hätten. Wir brau­chen auch die gesellschaftlichen Verurteilungen nicht auf uns zu neh­men. Wir dürfen saubere Fenster (Chakren), saubere Räume (Körper), saubere Bettwäsche (Situationen) haben. Wenigstens einmal pro Wo­che. Wir bekommen dann auch die Möglichkeit, uns auf unser Genie, auf unsere Kreativität zu verlassen. Denn das Gefühl, bevor ich das und das mache, muss ich zuerst zehntausend andere Sachen erledi­gen, sitzt auch in den Schultern. Und das war so lange wahr, bis zu diesem Moment, jetzt, wo wir das Gebet an die Gelenke beten. Und jetzt können wir sagen: So war das mal ... Es war nur relativ wahr, es war schon veraltet.

Und jetzt kommen die Ellbogen. Was ist mit den Ellbogen? - Hast du schon einmal versucht zu gehen und jemand hat versucht, deinen Arm zu nehmen? Es gibt Leute, die helfen einem, vorwärts zu gehen, und es gibt solche, die hängen sich an einen. Wer hängt an euren Ell­bogen? Ich habe viele Onkel und Tanten - es sind sehr viele und ich erinnere mich nicht mehr an alle -, aber sie hängen an meinen Ellbogen. Ich spüre sie. Was passiert, wenn die Energie in den Ellbogen frei wird? Hat dich das Leben schon mal über die Grenzen hinaus gefordert, über das hinaus, was du geglaubt hast, machen zu können? Hast du schon jemals das Gefühl gehabt, Klavierspielen, nein, das kann ich nicht. Ich bin darin nicht gut! Was wird frei, wenn sich die Energie in den Ellbogen anfängt zu bewegen? Würdet ihr einem Kind sagen, nein, das kannst du nicht, nur weil es gerade den ersten Versuch macht? Sagst du dir selbst manchmal: «Das kann ich

Nicht wenn du etwas zum ersten Mal versuchst? Lass uns zusammen nicht gut sein! Ich liebe es, ja ich habe mich nie besser gefühlt, denn ich muss nicht perfekt sein.

Was passiert, wenn wir die Handgelenke betrachten? Jeder ist sehr gut darin zu geben - allen anderen, aber nicht sich selbst. Was machen wir jetzt? Hast du dieselben Gründe wie ich, eine Menge Sachen nie zu tun? Nicht genug Zeit, nicht genug Ausbildung, nicht genug Gelegenheit, nicht genug Geld, nicht genug Gesundheit, nicht genug Intelligenz ... Wir nennen das einen Einkaufszettel. Was machen wir, wenn die Handgelenke so locker werden, dass wir diese Liste zerreißen? Wir können dann nicht einmal mehr lesen, was mit uns eventuell nicht stimmen könnte. Hast du dir schon einmal von irgendwem dein Zimmer aufräumen lassen und der hat dann zu dir gesagt, er habe et­was Abfall weggeschmissen? Das ist eine große karmische Situation! Sie ist wahrscheinlich schon sehr oft gespielt worden: «In Ägypten, in der Bibliothek von Alexandrien, hast du alle meine Bücher verbrannt! Jetzt werde ich etwas wegschmeißen, zum Beispiel all deine Motor­sport Zeitschriften.»

Was ist mit unseren Hüften? Denkst du, wenn sie steifer werden, das sei jetzt einfach das Alter? Erst sind wir jung und es fühlt sich gut an, jung zu sein, und plötzlich fühlte es sich gut an, jung zu sein. Was pas­siert, wenn du älter wirst? Du musst weiter so tun, als ob du dich um alle Leute kümmern müsstest, die jung sind oder jung zu sein glau­ben. Bist du jemand, der nie jung war? Es gibt Leute, die werden alt geboren. Wenn du steif in den Hüften bist, gehörst du wahrscheinlich auch dazu. Das Gute aber ist, dass der Körper älter werden kann, während du jünger wirst. Was geschieht, wenn die Hüften frei wer­den? Das könnte sogar gefährlich werden. Ich betrachte immer Euro­päer und Afrikaner beim Laufen. Die Afrikaner sind wie all die olym­pischen Medaillengewinner. Die fühlen sich wunderbar in ihrem Körper, vor allem auch im Becken. Und sobald Musik spielt, bewegt sich das Becken. Ich denke da immer an meinen Freund Richard, einen genesenen Alkoholiker. Süchtig, wie wir es alle in irgendeiner Form auch sind — jeder ist süchtig nach irgendetwas. Man kann ja auch nach Nichts süchtig sein — kein Zucker, kein Fleisch (süchtiger Vegetarier). Ich habe also für Richard Musik aufgelegt. Er hat mit dem Fuß ge­wippt, die Hände in die Taschen gesteckt und den Raum verlassen. «Was ist los?», habe ich ihn gefragt, und er antwortete: «Ich mag es nicht, wenn man mir diktiert, wann ich tanzen soll.» Drei Monate spä­ter besuchte er einen Cha-cha-cha-Kurs mit seiner Frau!

Die Europäer Textfeld: ,(1
sind wie Zinnsoldaten. Dies ist wirklich ein Kompliment! Nicht wegen der Sache an sich, sondern vielmehr wegen den dahinter liegenden Gründen. Es kommt davon, dass wir alle so demütig sind und uns auf­opfern. Das sind ja eigentlich gute Eigenschaften. Jedenfalls habe ich das immer gedacht. Klar sind sie es! Aber warum kann man nicht demütig sein und trotzdem tanzen? Warum muss das immer mit der Körpersprache gesagt werden: Ich opfere mich auf. Wenn die Energie in den Hüften frei wird, was wird da eigentlich frei? Was geschieht, wenn wir wirklich das Leben auf Erden lieben? Was wird dann aus unserem Plan, nie mehr zu inkarnieren? Was geschieht mit meinem spirituellen Weg, wenn ich die Erde so sehr liebe? Ich liebe die Luft, heute ist sie besonders schön! Ich liebe die Berge! Ich liebe den Ge­schmack des Wassers, wenn es als Schmelzwasser herunterfließt. Wenn ich mich allzu sehr darin verliere, was passiert dann mit mir? Ich spreche da persönlich, weil ich aus der Disziplin komme, wo man an nichts haften darf. Es könnte sein, dass man das Leben zu sehr liebt. Es könnte sein, dass man hier sein möchte. Aber es ist schon zu spät! Die Energie bewegt sich bereits in den Hüften. Und ich sage dir das immer erst, wenn es schon zu spät ist. Du wirst nun alles am Leben lieben, und zwar nicht nur klinisch, sondern natürlich und lei­denschaftlich, so wie die Afrikaner gehen. Dann stelle ich mir vor, dass ich meinen Bankier in seinem Büro besuche. Bankbeamte sind Maschinen, sind Stimmen ohne Körper. Und ich stelle mir vor, och finde den Körper, der zu der Stimme gehört. Ich bringe ihm einen Arm voll Blumen und sage zu ihm: «Ich liebe Geld. Kannst du mir jetzt ein Darlehen geben?»

Weißt du, was Ehrgeiz ist? Ehrgeiz ist der persönliche Wunsch, alle zu überflügeln, aber nicht notwendigerweise, indem man andere opfert. Wenn die Energie in den Hüften fließt, wird Ehrgeiz frei für alle, nicht nur für sich selber. Kannst du dir vorstellen, dass in einem Büro jemand so viel arbeitet, dass alle befördert werden? Ich könnte mir das nicht vorstellen. Wenn du als Therapeut ausgebrannt bist, dann kommt normalerweise jemand und sagt dir Folgendes: «Sobald du mich behandelt hast, solltest du eine Pause machen.» Ich stelle dann vor, wie jemand bei mir an die Tür klopft und genau das zu mir sagt und ich ihm antworte, ich hätte eine gute und eine schlechte Nachricht: «Die Gute ist für mich und die Schlechte für dich: Du musst mehr Selbstverantwortung für dich übernehmen. Die Leute werden bald keine Heilung mehr brauchen. Doch dies ist ein Geheimnis! Sag's nicht weiter. Ich gehe jetzt und lebe!»

Was geschieht mit den Knien? Was geschieht, wenn wir die Knie be­freien? Glaubst du an Sklaverei? Natürlich glaubt keiner von uns an Sklaverei. Wie viele von uns sind Sklaven? Von irgendwas oder ir­gendwem? Wir glauben zwar nicht daran und sind ziemlich erfolgreiche Ungläubige. Was aber, wenn dies das Ende der Sklaverei ist? Was ist mit all den Menschen, die von uns abhängig sind? Was werden die machen? Vielleicht finden sie jemand anders, von dem sie abhängig sein können? Vielleicht werden wir zu jemandem, der in Gegenseitig­keit abhängig ist, statt die Abhängigkeit anderer zu fördern? Das wäre doch Revolution. Im Film kann jemand ein Glas zerbrechen und wenn der Film dann rückwärts läuft, setzen sich die Scherben wieder zu­sammen, das Wasser fließt zurück ins Glas. Aber das kann doch nicht wahr sein! Wir haben ja gesehen, dass es kaputtging, und dies ist nicht mehr ungeschehen zu machen. Was, wenn wir mit der Energie in den Knien gleichzeitig unsere Auffassung von der linearen Zeit be­freien, sodass es keine ewig gültigen Katastrophen mehr gibt? Die Seele schaut nie etwas nur von einem Standpunkt her an. Eine Seele sieht die Erde gleichzeitig aus allen möglichen Blickpunkten und in al­len möglichen Aspekten. Können wir uns vorstellen, wie wir jeden Aspekt der Erde gleichzeitig sehen? Nicht so einfach! Ich müsste in Russland ein paar Satelliten mieten, um sie dann alle auf einem Bild­schirm gleichzeitig zu sehen. Ich kann als Mensch ja nur in eine Rich­tung sehen. Was geschieht, wenn wir wie die Seele alles gleichzeitig sehen? Das Ende der Sklaverei und den Anfang von was? Mich inter­essiert diese Enron-Geschichte sehr. Alle sind sehr reiche Männer, die schwören, nichts als die Wahrheit zu sagen. Wenn man sie dann bittet, die Wahrheit zu sagen, berufen sie sich auf den Artikel 5, der besagt, dass man sie nicht zwingen kann, etwas zu sagen, das sie selber belas­ten würde. Was, wenn die Energie in den Knien befreit ist und wir uns nicht mehr hinter Artikel 5 verschanzen können und wir anfangen, die Wahrheit zu sagen? Wäre das das Ende der Täuschung? Wahrscheinlich nicht, aber das Ende der versteckten Täuschung. Wusstet ihr, dass die Menschen, wenn sie sterben, dahin gehen, wo es ihren Schwingungen entspricht? Alle Taschendiebe gehen in den Taschendiebehimmel ...

Was geschieht, wenn die Fußgelenke beginnen frei zu werden? Ich habe eine Freundin, die wunderbar Auras, Chakren und vieles mehr sehen kann. Sie hat gesagt, dass man im Heiligen Land, da wo Jesus entlangging, immer noch die goldenen Fußspuren sehen könne. Ich war im Heiligen Land und weiß nicht, ob ich sie gesehen habe oder nicht, aber ich hatte das Gefühl, dass das passierte. Und ich fragte mich dann, was das wirklich bedeutet. — Wenn die Energie durch die Knöchel fließt, dann geht die Seele auf der Erde. Was ist dann? Bringt dies die Spiritualität auf die Erde? Macht dies die Erde zum Himmel? Der Himmel beginnt einen Millimeter über der Erdoberfläche ...

Wenn wir mit den Gelenken arbeiten, arbeiten wir dann nicht auch mit dem «Vater unser»? Ja? — Wenn wir mit dem Gebet am Körper arbeiten, dann brauchen wir es nicht zu sprechen: Wir arbeiten! Das Gebet der Gelenke ist ein lebendiges Gebet.

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